4 Monate durch Südamerika

Hallo liebe Reisecommunity,

wir (Julia + Stefan) haben im ersten Halbjahr 2009 eine 4-monatige maSüdamerikareise durch Argentinien, Bolivien, Chile, Brasilien, Peru und Ecuador gemacht.  Hier ein kleiner Reisebericht, den Ihr auch auf der Südamerika-Website von Julia und Stefan anschauen könnt!

Zu unserer Reiseroute: Von Buenos Aires aus sind wir Richtung Süden losgezogen, und sind danach Richtung Westen nach Santiago de Chile hinübergestochen. Von dort aus sind wir entlang der Pazifikküste bis nach Ecuador gereist. Zurück ging es durch den Altiplano (Peru, Bolivien), eingeschoben haben wir noch einen Abstecher nach Brasilien. Aber am besten ihr schaut euch das in der Karte an (in den Urlaubsfotos)!

Unterwegs waren wir fast ausschließlich mit dem Bus. Sehr zu empfehlen sind Nachtbusse! Sie sind ziemlich bequem (vorausgesetzt man bucht die Kategorie Cama oder besser) und sparen extrem viel Zeit! Morgens ist man halbwegs ausgeruht am Bestimmungsort und kann am gleichen Tag mit den Unternehmungen starten.

Warum Südamerika? Hier ein Kurzplädoyer, warum man sich diesen Kontinent unbedingt einmal näher anschauen sollte:

  • unglaubliche landschaftliche Vielfalt auf engstem Raum
  • sehr gut (in Argentinien, Chile, Peru und Brasilien) bis leidlich (Ecuador, Bolivien) ausgebautes Fernverkehrsbusnetz
  • touristische Grundinfrastruktur beinahe überall vorhanden (Hostals, Supermärkte etc.)
  • fast überall besteht die Möglichkeit, kurzfristig Touren/Ausflüge zu einem günstigen Preis zu machen
  • sinkende Kriminalitätsraten
  • (zumeist) politische Stabilität in den Reiseländern, der Tourismus wird aktiv unterstützt und gefördert (unkomplizierte Ein- und Ausreise, Touristeninformation in beinahe jedem Ort, Tourist Police auf den Straßen)
  • freundliche Einheimische (auch wenn sie oftmals liebend gerne einen Anteil an deinem Reisebudget hätten ;-D)

Anhand der angesprochenen landschaftlichen Vielfalt möchte ich euch noch ein paar Impressionen zeigen:

  • pulsierende Großstädte

Neben den europäische geprägten Metropolen Buenos Aires, Lima und Santiago de Chile waren wir auch in den mehrheitlich von indigenen Einwohnern bevölkerten Städten Quito und La Paz. Ein eigenes Flair hat Rio de Janeiro – wenige Meter von der Downtown entfernt wähnt man sich an weißen Stadtstränden in der Karibik!

Zum Thema Sicherheit: in diesen Großstädten hat sich die Situation in den letzten Jahren deutlich verbessert. Wenn man selbst grundlegende Verhaltensregeln einhält (z.B. nicht mit heraushängendem Goldschmuck durch die Straßen wandern, in der Nacht nicht betrunken durch gefährliche Viertel torkelt), ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Raubes (oder schlimmeres) zu werden, äußerst gering. Wir selbst haben in 4 Monaten Südamerika nicht eine einzige brenzlige oder gefährliche Situation erlebt! Besonders aufpassen sollte man allerdings, nicht Opfer von Trick- oder Taschendieben zu werden.

  • die trockenste Wüste der Welt

Die Atacamawüste erstreckt sich vom Norden Perus (etwa Höhe Trujillo) am Rand der Küste hinunter bis nach Chile. Die Atacama sollte also nicht verwechselt werden mit dem kleinen Flecken rund um San Pedro in Chile (= atacama salt desert). Besonders interessant ist der Ort Arica (Chile). Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt dort 0 (!!) mm. Allerdings ist die Stadt alles andere als wüstenhaft, aus den Anden fließt genügend Wasser Richtung Tal.

  • Regenwald

In Bolivien haben wir einen Abstecher in den Amazonas-Regenwald gemacht. Trotz blutdurstiger Moskitoschwärme ein unvergessliches Erlebnis! Mit dem Flugzeug geht es von La Paz aus über die Andenkette nach Rurrenabaque. Von dort aus haben wir eine zweitägige Dschungeltour und eine dreitägige Pampastour gemacht. Besonders toll ist die Tierwelt, auf den Beobachtungsfahrten können Affen, Vögel und sogar Amazonasdelfine beobachtet werden. Bei der Lodge befinden sich neben Krokodile und Alligatoren auch kleine Affen, die einem bei Unachtsamkeit die Snacks aus den Fingern klauen!

  • Berge und alpine Landschaften

Wenn man am Altiplano zwischen den großen Andenketten unterwegs ist, stößt man immer wieder auf gewaltige Berggipfel, u.a. den Aconcagua (6962m), den Chimborazo (6310m) oder den Salkantay (6264m). Besonders interessant ist der Huascaran, mit 6768m der höchste Berg Perus. Er befindet sich in der Umgebung von Huaraz, das heutzutage ein beliebter Ausgangspunkt für Bergsteiger und Trekker aus aller Welt ist. Bei einem Erdbeben der Stärke 7.8 im Jahr 1970 löste sich vom Gipfel des Huascaran ein Teil des Gletschers. Die Eismassen stürzten mit ca. 220 km/h Richtung Tal, und durch die Reibung verwandelten sich die ca. 50 Mio m³ Eis und Gestein in eine gewaltige Schlammlawine. Diese löschte mehrere Orte im Santatal vollständig aus, u.a. Yungay mit seinen 20 000 Einwohnern! Heute erinnert noch eine Gedenkpark an die verheerende Naturkatastrophe.

  • Archäologische Juwele

Neben dem “klassischen” Machu Picchu gibt es zahlreiche andere Ruinen und Fundstätten aus der Präinkazeit und von den Inkas selbst. Hierzu zählen vor allem die archäologischen Stätten rund um Cusco selbst, aber auch Chan Chan (Trujillo) oder Tiahuanaco (nahe La Paz).

Machu Picchu selbst erreicht man per Eisenbahn oder noch besser, zu Fuß! Dabei sollte man nicht den überlaufenen klassischen “Inka-Trail” gehen, zahlreiche alternative, weniger bekannte Treks führen ebenfalls nach Aguas Calientes, der Stadt am Fuße von Machu Picchu.

Machu Picchu ist die bedeutendste Ruinenstadt der Inkas und größte Touristenattraktion Südamerikas. Erbaut wurde sie vermutlich um 1450 von Pachacutec Yupanqui, einem Herrscher der Inka. Die Stadt wurde von den spanischen Eroberern nie entdeckt und geriet in Vergessenheit. Erst 1911 wurde sie wiederentdeckt , heute ist Machu Picchu eines der sieben Neuen Weltwunder. Wer einmal frühmorgens bei Sonnenaufgang am Portal gestanden ist, weiß warum.

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Machu Picchu

  • Naturwunder am Altiplano: der Titicacasee und die Salzwüste von Uyuni

Der Titicacasee ist mit 8288 km² ca. 15-mal so groß wie der Bodensee und liegt auf einer Höhe von 3810m. Auf dem See gibt es zahlreiche Inseln, von denen einige archäologische Ausgrabungsstätten der Inka-Kultur beherbergen. Wir haben von Puno aus eine zweitägige Bootstour zu den Uros (Schilfinseln) sowie auf die Inseln Taquile und Amantani gemacht. Dort leben die Menschen noch unter sehr einfachen Verhältnissen. Fischfang und der aufkeimende Tourismus bilden die Lebensgrundlage der Bewohner.

Ein weiterer Fixpunkt auf einer Südamerikareise sollte der Besuch des Salar d’Uyunis sowie des angrenzenden Nationalparks Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Abaroa. Die Salzwüste selbst ist mit 12 000 km² der größte Salzsee der Welt und beinhaltet ca. 10 Milliarden Tonnen Salz. Entstanden ist der Salzsee durch Austrocknen eines Binnenmeeres vor mehreren Millionen Jahren. Inmitten des Salar d’Uyunis befindet sich eine Insel (Isla del Pescado) mit bis zu 5m hohen Säulenkakteen. Diese wachsen ca. 2-3 mm pro Jahr und sind somit mehrere tausend Jahre alt.

Im Nationalpark befinden sich zahlreiche Lagunen in den verschiedensten Farben auf (Grund dafür sind unterschiedliche Mineralien im Wasser). Die Tierwelt besteht aus Vicunhas, Pumas, Andenfüchsen sowie zahlreichen Vogelarten (u.a. Flamingos).

Wir hoffen, Euch einen kleinen Einblick in die Welt Südamerikas gegeben zu haben. Mehr Infos, Fotos und Karten gibts auf unserer Homepage, und für Fragen stehen wir gerne jederzeit zur Verfügung!

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Iguazufälle (brasilianische Seite)

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Sonnenuntergang in der Atacama-Wüste

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4 Kommentare

  1. susan
    1. Dezember 2009

    4 Monate durch Südamerika…klingt fantastisch. Da war ich noch nie, mache das unbedingt!

    Antworten
  2. Chris
    15. Juni 2010

    Wow…so was wollte ich schon immer mal machen…kann gar nicht glauben dass es da so viel besonderes gibt…wahnsinn…tolle Website…ich muss da unbedingt auch mal hin…ich wollte sowieso schon immer nach Brasilien… :*

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  3. Paul Kucki
    5. Juni 2013

    wieviel geld braucht man ca. für diese reise? wo empfehlt ihr zu übernachten während der reise? hostels?hotel?etc?

    gruss

    danke

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    • Julia und Stefan
      9. Juni 2013

      Das Budget kommt stark auf die bereisten Länder drauf an! Der klassische Peru-Bolivien-Trip ist um Hausecken günstiger als z.B. Chile, Brasilien oder Argentinien. Und natürlich hängen die Ausgaben auch vom Reisestil ab. Eine genaue Kostenaufstellung findest du auf der Homepage (http://papastone.jimdo.com), wobei die Zahlen insbesondere für Argentinien (hohe Inflationsrate!) deutlich angehoben werden müssen.

      Anders als etwa in Asien gibt es quasi überall Hostels, die neben Dorms auch Doppelzimmer haben, wenn man keine gehobenen Ansprüche hat, reichen diese Unterkünfte völlig aus und sind deutlich günstiger als Hotels.

      lg
      Stefan

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