Ein Wochenende im Athen des Nordens: Edinburgh

Mein erster Eindruck von Edinburgh war überwältigend. Schon auf dem Weg zum Hotel waren wir von der hügeligen Landschaft, den Spuren antiker Architektur und den Blick auf die Nordsee beeindruckt. Ich wollte am liebsten alles auf einmal besichtigen, doch den ersten Nachmittag verbrachten mein Freund und ich damit durch die Altstadt zu schlendern und ein paar Pubs zu besuchen. Die schmalen Gassen und gepflasterten Straßen versetzten Besucher in eine andere Welt. Auf unserem Spaziergang  der „Royal Mile“ entlang, dem Herzstück Edinburghs, sind wir auf eine Gruppe gestoßen, die sich für einen Ghost Walk durchs unterirdische Edinburgh angestellt hat. Normalerweise sind Geistergeschichten nicht unser Fall, aber wir wollten uns eine Gelegenheit Edinburghs alte unterirdische Straßen anzusehen nicht entgehen lassen und haben uns dem Ghost Walk ganz spontan angeschlossen. Die Tourguides haben im dramatischen Stil von unaufgeklärten Morden und Spukgeschichten erzählt, während wir durch schmale Seitenstraßen gegangen sind bis wir die „Vaults“ erreicht haben. Man kann sich nur schwer vorstellen, dass mal Menschen in den dunklen Kammern unter der Hauptstraße gelebt haben. So eine Tour würde ich jedem Edinburgh Besucher empfehlen, man muss ja nicht die Geister Tour wählen, es gibt nämlich auch viele historische Touren durch die Stadt und den Untergrund. Nach der einstündigen Tour durch den Untergrund war es schon sehr dunkel draußen und nach einem Pint im Pub sind wir zurück in unser Hotel gefahren. Wir wollten uns richtig ausruhen, da am nächsten Tag Edinburgh Castle auf unserem Plan stand!

Mein Tipp für einen erfolgreichen Besuch des Schlosses: Einen ganzen Tag dafür einplanen! Am Eingang des Schlosses stand ein als William Wallace (nicht die historisch korrekte Version, sondern die, die wir aus dem Film Braveheart kennen) verkleideter Geschichtslehrer, der voller Elan für Fotos posiert hat. Der Vorhof des Schlosses bietet eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt mit ihren alten Kathedralen, dem Blick aufs Meer und den Bergen im Hintergrund. Wir haben ein Museum nach dem anderen abgeklappert und haben Fotos von jeder Ecke, jeder Kammer, und jeder Turmspitze gemacht. Die Größe der Museen und des Schlosses haben wir sehr unterschätzt und an jeder Ecke entdeckt man etwas Neues. Wenn man sich um 13:00 im Schloss befindet bekommt man auch mit wie die One O’Clock Gun abgefeuert wird. Diese Tradition ist auf Seefahrer zurückzuführen, denn der Schuss aus der Kanone signalisierte den Seeleuten, dass es 13:00 Uhr war.

Tipps für Edinburgh:

  • Für Edinburgh sollte man sich mindestens zwei ganze Tage nehmen
  • Am besten vorher über Festivals und Events informieren. In Edinburgh ist immer etwas los vom Military Tattoo bis hin zum Fringe Festival und dem International Book Festival ist für jeden Geschmack etwas dabei
  • Festes Schuhwerk und winddichte Kleidung sind ein Muss
  • Hotels sind viel günstiger außerhalb der Stadt und die Verbindungen zu Edinburgh sind sehr gut
  • Touristenattraktionen sind wie erwartet teuer, aber lohnenswert! Ich wünschte ich hätte

mehr „einheimische“ Sachen gemacht, als den ganzen touristischen Kram (dabei kommt Haggis essen für mich nicht in Frage).

Edinburgh wir kommen auf jeden Fall wieder und hoffentlich verbinden wir den Besuch im Athen des Nordens nächstes Mal mit einer Rundreise der Schottischen Highlands. Mit den heutigen Angeboten an Billigflügen und Mietwagen, sollte das kein Problem sein (Unseren Anbieter, kann ich übrigens nur empfehlen).

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