Individualreise auf den Kanaren – Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria

Im östlichen Zentralatlantik und wenige hundert Kilometer entfernt von der westlichen Küste Marokkos liegt die Inselgruppe der Kanaren. Schon lange hatte ich sie ganz oben auf meiner Reiseliste. Das Besondere daran: Politisch gehören die Inseln zwar zu Spanien, geografisch aber zählen sie zum afrikanischen Kontinent. Entsprechend ist dort ganzjährig mit angenehmen Temperaturen zu rechnen.

Mit Teneriffa, Lanzarote, Gran Canaria und Fuerteventura, den vier größten der insgesamt sieben Hauptinseln, ziehen die Kanaren jährlich Millionen von Gästen, darunter auch immer mehr Kreuzfahrt-Touristen, an. Die anderen drei, La Palma, La Gomera und El Hierro, sind unter Reiselustigen ebenfalls keine Unbekannten.

@ istock.com/pawel.gaul

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Dabei bieten die Kanaren landschaftlich eine große Bandbreite, angefangen mit der beeindruckenden Vulkanlandschaft auf Lanzarote bis hin zu traumhaften Stränden und üppiger Natur auf Teneriffa. Wer derzeit Alternativen zu einem Strandurlaub in der Türkei, in Ägypten oder Tunesien sucht, der wird hier folglich fündig.

Vorbereitung

Wenn du auf eine kanarische Insel reisen möchtest, stellt sich zunächst die Frage der Anreise. Einige Optionen fielen für mich diesmal von Vornherein aus. Weder wollte ich mit dem eigenen Wagen los noch kam für mich ein Zug in Frage. Viel bequemer ist es doch, mit dem Flieger direkt von Deutschland anzureisen, zumal alle sieben Hauptinseln mit einem Flughafen ausgestattet sind.

Auch mit der Fähre oder einem Kreuzfahrtschiff können die größeren Inseln angefahren werden. Eine gute Sache, wenn man eine Destination gleich mit einem längeren Trip zu unterschiedlichen Orten verbinden möchte, finde ich. In meinem Fall schloss ich das allerdings aus und machte mich via Direktflug auf nach Lanzarote. Von dort aus wollte ich schauen, wie ich mit dem Boot oder Schiff zu den weiteren Inseln gelangen konnte.

Um möglichst beweglich und ortsunabhängig zu sein, packte ich in meine Reisetasche nur das Nötigste. Im Internet wurde ich auf verschiedenen Reiseblogs schnell fündig und stellte mir so die optimale Gepäckliste zusammen. Da für die Kanaren dieselben Visa- und Reisepassbestimmungen gelten wie für Spanien, reichte mein Personalausweis vollkommen aus. Für alle Trips auf Kreuzfahrtschiffen, die auf den Kanarischen Inseln ihren Anfang nehmen, ist hingegen für alle Nationalitäten ein Reisepass erforderlich. Da ich jedoch nicht vorhatte, den Bereich der Kanaren auf diesem Wege zu verlassen, brauchte ich mich darum nicht zu kümmern.

1. Station: Lanzarote, die Vulkaninsel

Mit 846 Quadratkilometern Fläche ist Lanzarote die viertgrößte Insel der Kanaren-Gruppe. Allerdings ist sie auch die östlichste. Was Lanzarote so einzigartig macht? Das ist ihre Mischung aus Idylle auf der einen, bizarren Vulkanlandschaften auf der anderen Seite. Beides prägt die Insel und macht sie zu einem echten Erlebnisort für Wanderer. Ich bezog ein günstiges Quartier in der Inselhauptstadt Arrecife und erkundete von dort aus die Umgebung.

@ istock.com/zodebala

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Für wenig Geld besorgte ich mir einen Mietwagen und fuhr drauf los. Als erstes stand der Nationalpark Timanfaya auf dem Programm. Er erstreckt sich im Südwesten der Insel über 51 Quadratkilometer und ist mit dem Wagen gut zu erreichen. Ich war erstaunt, wie unterschiedlich doch die erstarrte Lava die Landschaft prägt und wie viele Farben die Erde dort hat. An verschiedenen Kratern spürt man noch heute die Hitze, wenn eingegossenes Wasser als Wasserdampf wieder aus der Erde emporschießt.

Ich verbrachte noch einige weitere Tage auf Lanzarote und besuchte unter anderem die südlich des ehemaligen Fischerdörfchens El Golfo gelegene grüne Lagune, die ungefähr 50 Meter von der Küste entfernt ist. Die auffallende Färbung der Lagune wird durch einzellige Algen produziert. Diese haben sich dem hohen Salzgehalt des Sees optimal angepasst.

2. Station: Fuerteventura, das Strandparadies

Mit der Fähre setzte ich über zu meinem zweiten Reiseziel: Fuerteventura. Die Insel ist als Badeinsel sehr bekannt und wird ihrem Ruf, so kann ich aus eigener Erfahrung sagen, vollends gerecht. Während ich auf Lanzarote viel auf Wanderungen unterwegs war, genoss ich hier einige Tage Strandurlaub, Sonne und Meer. Während viele Pauschalurlauber hier am Ort die Hotellandschaft bevölkerten, suchte ich mir erneut ein kleines Zimmer in einer Pension in Aqua Verdes. Zwar war es nicht in unmittelbarer Nähe zum Strand gelegen, aber in wenigen Minuten war dieser gut zu Fuß zu erreichen.

Der Strand am Ort gilt als einer der einsameren auf Fuerteventura und ist daher ein echter Geheimtipp. Selbst Einheimische kann man hier bei ihrem Sonnenbad antreffen. Außerdem bieten sich hier eine Menge schöner Fotomotive, da einige Wellenbrecher unter der Wasseroberfläche lauern. Für ausgiebige Schwimmausflüge ist der Strand bei Aqua Verdes daher nicht geeignet. Wer sich aber wie ich einfach in der Sonne entspannen möchte und gerne Ruhe hat, der ist dort sehr gut aufgehoben.

Reiseveranstalter vor Ort bieten zudem interessante Rundfahrten quer über die Insel an. So führte mich eine Bustour bis ins Dünengebiet El Jable und über die Dörfer Lajares und Cotillo, ein entzückendes kleines Fischerdorf, bis zum 397 Meter hohen heiligen Berg, der Guanchen, dem Montaña de Tindaya. Es gibt also auch auf Fuerteventura eine Menge zu entdecken.

3. Station: Gran Canaria, das historische Kleinod

Zum Ende meiner zweiwöchigen Tour führte mich ein letzter Stop vor dem Heimflug schließlich auf die Insel Gran Canaria. Hier verbrachte ich meine letzten beiden Urlaubstage. Neben weichen Sandstränden, riesigen Dünen und malerischen Küstenorten hat diese Insel eine Menge mehr zu bieten: einsame und wüstenhafte Canyons und die historische Altstadt von Las Palmas sind nicht weit voneinander entfernt.

istock.com/silvershadow10

Cacti and Mountain view La Oliva Fuerteventura Las Palmas Canary Islands Spain istock.com/silvershadow10

Die Hauptstadt gilt als das kulturelle Zentrum der Insel. Entsprechend wollte ich mir einen Besuch auch nicht nehmen lassen. In der belebten Innenstadt wurde ich schnell fündig und sicherte mir so einige Souvenirs für meine Freunde und Familie, die mich noch lange an diesen Trip erinnern werden. Und ich weiß jetzt schon: Bis ich die anderen kanarischen Inseln als Urlaubsziel anvisieren werde, wird es sicher nicht lang dauern.

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