Kurztrip nach Marokko – Marrakesch

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Anreise:

Wir sind vom Flughafen FFM Hahn für 30 Euro hin und zurück geflogen. Wir hatten auf der Hinreise nur Handgepäck dabei, auf der Rückreise mussten wir noch einmal 20 Euro für Sperrgepäck bezahlen. Leider wussten wir nicht, dass sich um die Regel, dass man nur 1 Handgepäckstück pro Person mit in den Flieger nehmen darf, in Marokko niemand schert. So sind fast alle Passagiere mit unzähligen Tüten und Taschen in das Flugzeug gestiegen und haben somit Geld und Ärger wegen zerbrochenen Souvenirs gespart.

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Weiterreise:

Marrakesch bildet einen tollen Ausgangspunkt zu allen weiteren Zielen in Marokko. Bis ans Meer fährt man ca. 2,5 Stunden, in den Hohen Atlas zum Trekking oder Skifahren fährt man ca. 2 Stunden, in die Sahara ca. 6,5 Stunden.

Auto: Wir haben Ende März (Anfang Hauptsaison) ungefähr 8 Autovermietungen angefragt. Die sitzen alle in der Ville Nouvelle. Das günstigste Angebot lag bei ca. 60 Euro pro Tag. Außer Europcar und Hertz hat uns niemand eine Versicherung mit anbieten können. Hier haben die Autos ab ca. 80 Euro pro Tag gekostet. Die angegeben Preise beziehen sich auf Kleinwagen, Jeeps waren für unser Budget unerschwinglich.

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Bus: Der Busbahnhof liegt ca. 25 Geh-Minuten vom Djemaa el-Fna entfernt. Von hier kann man in alle Richtungen reisen. Wir sind um 11:30 Uhr nach Essaouira gefahren (ca. 40 Dh; 1 Euro = 11 Dirham (Dh)), was 2,75 Stunden gedauert hat. Nach einer Stunde gab es eine Pause zum Mittag Essen. Die Busse waren bequem und klimatisiert. Das Ticket haben wir 5 Minuten vor der Abfahrt gekauft.

Schlafen:

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-Es gibt unzählige Unterkünfte in allen Preisklassen. Wir haben in typischen Hotels geschlafen, in dem sich die Zimmer zum Innenhof hin ausrichten und auch nur zum Innenhof hin Fenster haben. Meistens steht im Hof ein Springbrunnen oder ein kleiner Teich und alles ist verziert mit Zellij (Fliesenmosaiken). Generell war alles sehr sauber und mit Liebe eingerichtet. Warmes Wasser gibt es nicht immer. Die Doppel-Zimmer in der Altstadt mit eigenem Bad und warmen Wasser haben ca. 25 Euro die Nacht gekostet.

Essen:

-Rund um den Djemaa el-Fna gibt es tolle Restaurants mit schönen Blick auf den Platz. Besonders zum Sonnenuntergang sollte man sich frühzeitig sein Plätzchen sichern, da alle schönen Tische schnell besetz sind. Besonders lecker war das Chez Chegrouni, ein Lonely Planet Tip, und hat wirklich das gehalten, was uns der Reiseführer versprochen hat: Excelente tajines (Fleisch und /oder Gemüse gegart im Tontopf mit spitzem Deckel).

Trinken:

Alkohol ist wirklich schwer zu bekommen. Wir haben nach langer Suche zwei Bars gefunden, die welchen ausschenken. Allerdings ist Alkohol relativ teuer, ein Glas Wein und ein kleines Bier kosten ca. 5,00 Euro aufwärts. LongDrinks sind hingegen relativ billig und sind schon ab ca. 8 Euro zu haben.

Kosybar

Schöne Dachterrasse mit Blick auf den Place des Ferblantiers und die Altstadtmauer. Wir konnten Störche in ihren Nestern beobachten und den Handwerkern beim Handwerken. Bei schlechtem Wetter bietet die Bar im Erdgeschoss einen Pianospieler und typisch marokkanische Kissen-Kerzen-Mosaik-Ambietente.

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Café Arabe (Rue el-Mouassine, Medina)

Große Bar mit großer Dachterrasse mit schönen großen weißen Segeln gegen die Sonne und tollen Heizpilzen bei schlechterem Wetter. Alkohol ist hier sehr teuer, das Essen gut. Der Blick geht in eine typische enge Gasse, in der man das Einkaufstreiben beobachten kann. Oder man beschäftigt sich damit, die Spatzen mit Erdnüssen zu füttern…

Ansonsten kann man immer bei sich in der Unterkunft fragen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die aufmerksamen Hoteliers sehr auf die Wünsche der Gäste eingehen.

Sight Seeing:

Der Djemaa el-Fna, der große Platz und das Herzstück von Marrakesch. Hier dreht und pulsiert das Leben der Stadt. Tagsüber erscheint der Platz leer und groß, Abends wird er überflutet von Schaustellern und Ständen. Auf der einen Seite des Platzes positionieren sich Orangensaft-Verkäufer. Der Saft kostet ca. 1 Euro pro Becher und ist super frisch und lecker. Gleich daneben kann man Schneckensuppe essen. Die Verkäufer haben vor sich einen Berg Schnecken aufgetürmt und schöpfen die kleinen Scheißerchen in die siedende Suppe. Meistens sitzen ehe Einheimische vor dem Stand. Wir haben die Suppe nicht probiert. In der Mitte des Platzes schlagen die einzelnen Essenstände auf. Geht man hier entlang, wird man von allen Seiten angesprochen und es wird einem ein Sitzplatz angeboten. Hier gibt es Lamm, Rind und vor allem Couscous in allen Varianten. Hier kann man gut zu kleinem Geld essen, allerdings sind die Portionen auch relativ klein.

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Wendet man sich Richtung Süden trifft man auf die Schlangenbeschwörer, die Geschichtenerzähler und die Feuerspucker. Zuschauen ist erlaubt, Fotos kosten Geld. Und war nicht zu knapp: Will man mit den Schlangenbeschwörern mit aufs Bild muss man schon 10 Euro hinlegen. Achtung: es laufen Henna-Malerinen herum, die sich einfach Hände grapschen und drauf los pinseln. Zieht man nicht sofort die Hand weg, soll man 5 Euro zahlen oder lange und vor allem laut rumdiskutieren. Selbst wenn man sich die Hände bemalten lassen will, ist nicht alles was wie Henna aussieht auch wirklich Henna.

Auf dem Place des Ferblantiers findet man die typischen marokkanischen Handwerkerberufe: Schuhmacher und vor allem Glaser. Hier gibt es die größte und schönste Auswahl an typischen buntigen Lampen, deren Herstellung hier bewundert werden kann. Selbst nach mehrtägigen Vergleichen mussten wir feststellen, dass hier die besten und günstigsten zu finden sind. Gleich nebenan, einfach durch die Altstadtmauer rechts, ist der Palais el-Badi. Hier kann man die Ruinen des alten Königspalastes anschauen. Unsere Meinung: dies lohnt sich nicht wirklich. Eintritt: 10 Dh. Geht man hinter der Altstadtmauer links, anstatt rechts, kommt man in das triste jüdische Viertel. Hier kann man mit Kutschen durchfahren.

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Die neue Stadt, Ville Nouvelle, ist das absolute Kontrastprogramm zu dem ursprünglichen Marrakesch. Hier stehen Glaspaläste und hier gibt es die einschlägigen Markengeschäfte. Wir haben uns nicht allzu lange in der neuen Stadt aufgehalten. Aber wirklich sehenswert war die Gartenanlage Jardin Majorelle, den Yves-Saint-Laurent mitgestaltet hat. Hier kann man auf buntigen Wegen herumwandeln, einen Kaffee schlürfen und die Pflanzen bewundern. Ein Besuch lohnt sich. Das islamische Museum, welches sich ebenfalls im Garten befindet, war zum Zeitpunkt unseres Besuchs geschlossen.

Jardinmajorelle, Öffnungszeiten 8-18 Uhr, Eintritt 30 Dh, Museum 15 Dh. We cannot display this gallery

Tour:

Wir haben eine 3-Tages-Tour bei einem kleinen Unternehmen vor Ort in der Medina von Marrakesch bei Berbern gebucht. Auch hier haben wir mehrer miteinander verglichen und kamen zum Ergebnis, dass so gut wie alle Anbieter dasselbe zum gleichen Preis anbieten.

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Wir waren ein Trupp von 12 Leuten zwischen 16 und 35 Jahren und wurden in 2 Minivans über den Hohen Atlas durch Schnee (es war Ende März) Richtung Süd-Osten gekarrt. Oben im Hohen Atlas gibt es sogar Skigebiete mit Ski-Liften und allem drum und dran.

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Doch zuerst besuchten wir die bekanntesten Kasbahs in der Dadès-Schlucht. Die jahrhundertealten Kasbahs sind unglaublich toll und beeindruckend und übertreffen alle Gladiatoren-Filme. Dieser wurde übrigens auch in Marokko gedreht.

 

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Weiter gings durch die Todra-Schlucht, die aus einem ca. 1 km langen Weg mitten durch 300m hohe Steilwände besteht. Hier lohnt es sich ein wenig Zeit zu verbringen und auf Wanderschaft zu gehen, vorbei an Ziegenhirten und blühenden Kräutern.

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Nach der ersten Nacht fuhren wir ins Drâa-Tal, schauten uns das Tal der Rosen an, wo das angeblich beste Rosenwasser gebraut wird. Die zweite Nacht verbrachten wir bei Berbern und tanzten und sangen zum Takt der Trommeln und Flöten. Unsere Gastgeber tranken die ganze Zeit ganz kleine Schlücke aus einer Wasserflasche. Als wir probieren wollten, stellte sich heraus das die ach so Gläubigen die ganze Zeit Raki tranken und zum kiffen in den Keller gingen. Aber der Schein des Religiöstreuen blieb schön gewahrt.

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Wir kamen der Sahara immer näher. Am vorletzten Tag kamen wir Mittags bei unseren Kamelen an und zogen mit unserer Karawane zum Erg Chigaga. Es ist sooo anstrengend auf einem Kamel zu reiten, besonders wenn es die Düne bergab stapft. Und was für ein Gefühl, die Häuser und Straßen hinter sich zu lassen und immer weiter Richtung Sand und Einsamkeit zu reiten.

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Nach ca. 3 Stunden, gefühlte 10 Stunden, kamen wir bei unserem Lager an. Es warteten mehrer Berberzelte (Stoffzelte, behängte mit Teppichen) auf uns. Die Berber hockten schon am Lagerfeuer. Wir wurden in 4-6 Mann Zelte gesteckt. Diese waren über und über voll Teppiche, Kissen und Decken. Dann gab es eine riesige leckere tajine für alle Mann und bei dem größten Sternenhimmel, den ich jemals gesehen habe, wurde reingehauen. Ich habe noch nie so viele und große Sternschnuppen beobachtet. Die Nacht packten wir uns richtig dick ein, was sich als übertrieben heraus stellte, denn so kalt wie gedacht wars gar nicht zwischen den dicken Teppichen und Decken. Es ist natürlich zu bedenken, dass es in der Wüste mit Sanitären Einrichtungen ziemlich mau aussieht. Da die Nacht tiefschwarz ist, stellte sich hier kein Problem dar, aber am nächsten Morgen bei Helligkeit…Wir wurden um 4:30 Uhr geweckt und auf die nächste Düne gescheucht, um den Sonnenaufgang anzuschauen. Das war echt spektakulär und das Aufstehend hatte sich gelohnt. Es ist ein besonderes Gefühl nur Sand zu sehen, so weit das Auge reicht. Das war ein wirklich unvergessliches Erlebnis.

Essaouira

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In Essaouira erzählen alle Hotels und Unterkünfte, dass bei Ihnen Jimi Hendrix genächtigt hatte und gerade dieses Zimmer gerade frei ist. Eine andere Masche sind nette Männer, die einem sehr höflich und zuvorkommend bei der Suche nach einem Zimmer behilflich sind. Lässt man sich helfen, schlagen die Hotels und Unterkünfte noch mal einen Batzen auf die Zimmerpreise drauf, da sie dem netten Mann eine Provision zahlen müssen.

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Die Hippies, die dank Jimi die Stadt in den 70ern eroberten, brachten ihren Flair über Essaouira. Man kann noch einige Alt- und Junghippies beobachten, die entspannt durch die Stadt schlendern. Nicht zuletzt deswegen ist die Stadt sehr relaxt und übersichtlich. Nach ein paar Tagen Marrakesch ist es genau der richtige Ort sich auszuruhen. Das Stadtbild wird von der alten Festungsmauer geprägt. Man kann auf der Mauer entlanglaufen und sie bietet einen idealen Orientierungspunkt im Gassengewirr. Sie führ von der Stadt hinaus zum Place Moulay Hassam, an dem sich Fischstände entlangschlängeln. Hier gibt es fangfrische Krabben, Krebs und Fisch. Weiter gelangt man zum Hafen, wo sich die Möwen um die Fischer scheren und auf ein Stück Abfall hoffen. Hier hat man auch einen sehr schönen Blick auf den Leuchtturm der Stadt.

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In Essaouira ist es nicht so schwer alkoholische Getränke aufzutun. Besonders gut hat uns eine Surferbar am Strand gefallen: Ocèan Vagabond. Hier kann man auf Liegen das Treiben am Strand beobachten und die netten Herren, die Ritte auf Kamelen und Pferden anbieten. Man läuft ca. 25 Minuten am Strand von der Stadt weg, an den ganzen Wohnmobil-Parkplätzen vorbei bis man die Musik hört und die chilligen Liegestühle sieht. Der Weg lohnt sich. Im Sommer werden hier Surf-Kurse angebote.

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Im Frühjahr und Sommer ist Essaouira ein Surfer Paradies. Wenn man Surfen (Wellenreiten) lernen möchte fahrt hier her! Es ist wesentlich billiger als in Frankreich, die Verständigung ist auf englisch unkomplizierter als in Frankreich auf französisch und die Wellen sind genial für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. So ist es kein Wunder, dass es auch viele Franzosen mit Ihrem VW Bussen hier her zieht.

In der Stadt gibt es super kleine Restaurants mit leckerem französischen und lokalem Essen.

Zum Shoppen ist Essaouira ein Mekka. Hier findet man dieselben Dinge wie in Marrakesch, aber wesentlich günstiger. Besonders das berühmte Arganöl, welches aus den Argannüßen gewonnen wird, ist um 1/3 günstiger. Hier gibt es ebenfalls mehrer Frauenkooperativen, die das Öl in Kosmetikprodukten und als Speiseöl anbieten. Anhand von einer kleinen Darbietung zeigen die Verkäuferinnen die aufwendige Herstellung des Öls. Nördlich des Place Moulay Hassam ist das große Tor des „No Work Team“ in dem man Tücher und Töpferwaren aus Kooperativen kaufen kann. Steht man vor dem Tor und schaut nach rechts, geht man die nächste kleine Gasse hinein und findet linkerhand die Argankooperative. Ein halber Liter kostet ca. 25 Euro, in Deutschland kostet er mehr als das doppelte.

Fazit:

Marokko hat mich sehr überrascht. Nicht zu unrecht ist es das fortschrittlichste islamische Land, in dem es sogar weibliche Muizine gibt (das sind die, die zum Gebent über Lautsprecher rufen) . Marrakesch ist sehr hektisch, was vor allem an den Massen von Menschen liegt, als an der Aufdringlichkeit. Zwar wird man hin und wieder gefragt, ob man etwas kaufen möchte, aber damit hat es sich auch. Ein Spießroutenlauf wie in anderen Ländern habe ich nicht erlebt. Eher sehr freundliche Menschen.

Wir werden auf jeden Fall wieder nach Marokko fliegen und uns nächstes Mal mehr Zeit nehmen. Es ist ein sehr abwechslungsreiches Land mit einer wunderbaren alten Kultur.

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1 Kommentar

  1. Marrakschi
    26. Oktober 2015

    Auch wenn der Beitrag schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat eine Ergänzung zum Thema Alkohol. Restaurants zahlen eine unverschämt hohe Lizenzgebühr, wenn Sie eine Ausschanklizenz erwerben wollen (ca. 2000 EUR), deswegen sind die Preise für alkoholische Getränke in diesen daher ohnehin etwas gehobeneren Restaurants relativ hoch, ein großes Glas Rotwein kostet etwa 50 DH.
    In Städten wie Marrakesch gibt es außerdem lizensierte Alkoholläden, wo man sich mit internationalen Alkoholika und heimischen Produkten eindecken kann. Empfehlenswert sind die marokkanischen Rotweine aus der Region Meknes. Bedingt empfehlenswert ist das Casa-Bier.

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