Reisebericht über 22-tägigen Australien-Trip

Meine Freundin und ich entschlossen uns letztes Jahr dazu, eine Reise nach Australien zu machen. Da wir von Mitabiturienten bereits viele Bilder von deren Work & Travel Aufenthalt in Australien gesehen haben, wollten wir nun endlich auch in dieses Land der unglaublichen Weiten. Wir entschieden uns für eine organisierte Rundreise, welche wir kurzerhand online bei der Internetseite e-kolumbus.de gebucht haben. Wie wir bald merkten, waren die Touren im Hochsommer (hier Dezember/Januar) schnell ausgebucht. Wir entschieden uns für den Reisezeitraum von Ende März bis Anfang April, welcher in vielen Reiseforen als bester Termin für einen Australien-Urlaub beschrieben wird. Da die Preise ohnehin das ganze Jahr über gleichbleibend sind, haben wir dann letztendlich den Trip im Doppelzimmer gebucht.

Harbour Bridge in Sydney – Australien

Im März ging es dann endlich los von Frankfurt über Hong Kong nach Sydney. Der erste Tag in der Millionenmetropole war laut Reisebeschreibung „zur Akklimatisierung“ gedacht und das brauchten wir auch, immerhin hatte es Ende März in Deutschland noch einmal heftig geschneit, während in Sydney bei 27°C die Sonne schien. Das Jet Lag machte uns nicht ganz so zu schaffen wie die Temperaturen, da wir abends in Sydney landeten und vom Flug und Stopover ohnehin kaputt waren. Der zweite Tag in Sydney gab uns die Gelegenheit, die Metropole vormittags einmal auf eigene Faust zu erkunden. Wir merkten schnell, dass Australien wirklich so teuer war, wie uns viele Freunde schon beschrieben hatten. Für ein normales Gericht ist man schnell bis zu 30 AUD los, wir fanden jedoch ein Restaurant, das zum Preis von 12 AUD ein spezielles Mittagsmenu zusammen stellte. Mittags ging es dann zur Schiffsrundfahrt durch den größten Naturhafen der Welt. Dort konnten wir einen besonderen Blick auf die Stadt genießen. Die Ausmaße beeindruckten mich, obwohl ich immer dachte, dass man als Stadtkind aus Frankfurt am Main schon einiges gewohnt ist. Abends ließen wir uns zum Hotel fahren, da wir doch recht müde und platt waren.

Haigh`s Chocolates in Sydney – Australien

Der nächste Tag wurde zum Transfer nach Cairns genutzt. Wir waren inzwischen schon an Temperatur und Uhrzeiten gewöhnt, sodass wir ausgeruht zur Tour durch den Regenwald nach Kuranda starten konnten. Alleine die Eisenbahnfahrt dorthin war ein echtes Abenteuer und so aufregend, dass meine eigentliche Reiseübelkeit keine Chance hatte. In Kuranda lernten wir ein ganz anderes Australien kennen als das, was wir bisher gesehen hatten. Der Kontakt zu den Ureinwohnern stellte sich als unerwartet einfach heraus, obwohl die Sprachbarrieren sehr hoch waren und man mit dem amerikanischen Englisch hier nicht weiter kam.

Tauchgang Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens

Am nächsten Tag ging es endlich zum Great Barrier Reef. Hierauf hatte ich schon gefühlte Jahre gewartet. Ich wurde nicht enttäuscht! Dank meiner Tauchkurse in Deutschland gestalteten sich die Unterwassergänge im Vergleich zu meiner Freundin für mich recht simpel, sodass ich mich auf das Wesentliche konzentrieren konnte: Die bunte und beeindruckende Unterwasserwelt! Ich verlor vollkommen Zeit- und Raumgefühl und wollte kaum wieder auftauchen. Abends hatte man sich unglaublich viel von den Eindrücken im Urwald und im Meer zu erzählen, sodass wir alle spät zu Bett gingen. Gott sei Dank war am nächsten Tag nur der Transfer nach Darwin geplant.

Der Kakadu Nationalpark in Australien

In Darwin war es sehr schwül und heiß, was wohl auf die Nähe zum bewaldeten Kakadu-Nationalpark zurückzuführen ist. Als wir in diesem ankamen, war jedoch alle Luftfeuchtigkeit und Hitze vergessen: Noch nie hatte ich vorher einen so unglaublich bunten Wald gesehen. Irgendwie erschien es uns wie das Pendant zum Great Barrier Reef, nur überirdisch. Und endlich sahen wir sie: Unsere ersten Kängurus, von denen auch gleich tausende von Fotos geschossen wurden. Die Felsmalereien und die Kultur der Aborigines, welche uns hier vorgeführt wurden, waren irgendwie eher nebensächlich für die meisten Teilnehmer, da wir so überwältigt waren von den vielen teils gruseligen und auch lustigen Lauten, die aus jeder Ecke des Waldes kamen. Nach 1,5 Tagen in diesem Paradies ging es wieder zurück in die stickige Stadt. Viele unserer Mitreisenden nahmen an einer Bootstour teil, doch Anna und ich wollten die Stadt lieber auf eigene Faust erkunden. Schnell war das Irish Pub Shenannigans gefunden, wo sich viele junge Leute aus der ganzen Welt aufzuhalten schienen. Hier verbrachten wir einen lustigen, aber doch recht langen Abend, denn die Australier scheinen kein Ende zu kennen.

Ayer`s Rock, auch Uluru genannt im Zentrum Australiens

Am nächsten Tag musste besonders ich die durchtanzte Nacht bitter büßen. Es ging mit dem sogenannten „Ghan“, einem Zug durch die unendliche Weite Australiens. Doch meine Reisübelkeit und die Übermüdung suchten mich heim und die Fahrt bekam mir nicht ganz so gut. Das änderte sich leider auch nicht bei der Schiffstour, welche beim Zwischenstopp in Katherine auf dem Programm stand. Wenigstens konnte ich nachts in den Schlafkabinen gut schlafen. Dieser Zug scheint nur etwas für resistente Mägen zu sein, denn auch anderen Teilnehmern ging es wohl ähnlich wie mir. Am nächsten Morgen waren wir einfach nur froh, in Alice Springs angekommen zu sein und mir ging es auch gleich viel besser, da die Temperaturen sehr viel angenehmer waren als in Darwin. Der Besuch der Royal Flying Doctor Services begeisterte vor allem meine Freundin Anna, die eine Ausbildung zur Rettungsassistentin absolviert. Als wir am Kings Canyon ankamen, fühlten wir uns stark in die Vergangenheit zurückversetzt, in der wir bereits gemeinsam eine Reise zum Gran Canyon in den USA unternommen hatten.

Schild zum Ayer`s Rock in Australien

Wir waren froh, hier nicht – wie viele andere – campen zu müssen, da man in Australien nie weiß, welche Tiere einen nachts heimsuchen. Scheinbar dachten auch viele andere Mitglieder unserer Gruppe an die vielen Krabbeltierchen, sodass die Wanderung rund um den Ayers Rock einem Lauf auf heißen Kohlen gleichte. Wir wurden jedoch alle verschont und konnten unversehrt unser vom Veranstalter e-kolumbus versprochenes Glas Sekt am Abend genießen. Der Blick auf den Ayers Rock machte wohl viele nachdenklich, so weit weg von zuhause, sodass die Stimmung bald sank und wir uns schnell ins Bett verkrochen.

Architektur in Adelaide im Bundestaat South Astralia in Australien

Die nächste Tour führte uns nach Adelaide. Diese Stadt hatte für uns einen besonderen Flair. Trotz der Millionen Einwohner glich sie einer Kleinstadt im teils britischen Kolonialstil. Den ersten Tag verbrachten wir ausschließlich mit 5 anderen Teilnehmern am Strand, immerhin will man ja nicht ganz so käsig zurückkommen, wie man hingeflogen ist. Der zweite Tag stand uns zur freien Verfügung und wir erkundeten die Stadt. Dabei lernten wir zwei Auslandsstudenten der FH Münster kennen, welche uns großzügigerweise abends mit auf eine der berühmten Studentenparties nahmen. Das war mit Abstand der lustigste Abend der gesamten Reise! Wir lernten viele neue Leute kennen, sowohl aus Australien, als auch beispielsweise aus Frankreich, den USA oder Neuseeland, sodass wir nun Freunde auf der ganzen Welt haben.

Koalas auf Kangoroo Island in Australien

Von Adelaide aus ging es am nächsten Tag mit der Fähre nach Kangoroo-Island. Einstimmig konnten wir hinterher sagen, dass wir dort die schönsten Strände der gesamten Tour gesehen haben. Diese kleine Oase war Zufluchtsort für zahlreiche Koalas, die wir sogar auf den Arm nehmen durften. Auch die Seelöwen in der Seal Bay hatten es Anna und mir besonders angetan. Als wir dann nochmal den Reiseplan checkten und feststellten, dass wir auf diesem Insel-Paradies sogar übernachten durften, gab es kein Halten mehr. Die Nacht drückten wir fast kein Auge zu, da wir keine Sekunde auf Kangoroo Island verpassen wollten. Umso trauriger waren wir, als die Fähre bereits am nächsten Morgen auf uns alle wartete. Die Fahrt nach Mount Gambier kam uns wie eine Ewigkeit vor und wir merkten einmal mehr, dass sich die Reise schon wieder dem Ende zuneigte. Nach Ankunft in Mount Gambier verbesserte sich die Stimmung schlagartig. Die Stadt am Fuße eines Vulkans war wunderschön und das gemütliche Beisammensein mit der Gruppe, die einem über die Zeit schon richtig an Herz gewachsen war, verbesserte unsere Laune wieder.

Skyline von Mebourne – der Millionen-Metropole in Australien

Die Weiterfahrt zur letzten Station der Tour, nach Melbourne, konnte ich dann Gott sei Dank genießen, da ich von weiteren Übelkeitsattacken verschont blieb. Und so fuhren wir über die Great Ocean Road, welche sich ihren Namen als „schönste Küstenstraße der Welt“ sicher redlich verdient hatte. Am liebsten hätten wir hinter jeder Kurve angehalten, um Fotos zu machen. Man konnte sich an dieser atemberaubenden Aussicht kaum satt sehen. Auch Melbourne war wieder beeindruckend, genau wie Sydney zuvor. Und somit endete die Reise wie sie begonnen hatte: In einer faszinierenden Millionenmetropole in Australien. Nach einer Stadtrundfahrt und dem Pflichtprogramm entschlossen Anna und ich uns dazu, an einer Bootstour nach Philipp Island teilzunehmen. Wir wollten unbedingt die berühmte Pinguin-Parade sehen. Leider kamen wir zur falschen Tageszeit und die meisten niedlichen Zwergpinguine waren schon wieder verschwunden. Hätten wir mehr Zeit auf dieser Insel gehabt, hätten wir sie mit Sicherheit so schön gefunden wie Kangoroo Island, doch da wir abends sofort wieder zurück ins Hotel fuhren, konnten wir nur wenig von Philipp Island mitnehmen. Abends testeten wir das pulsierende Nachtleben Melbournes, von dem wir schon so einiges gehört hatten. Ich kann nur jedem raten, sich hier wirklich rauszuputzen, denn sonst steht man ewig in den Schlangen vor den Diskotheken. Die Nacht war kurz und wir feierten bis in die Morgenstunden. Und dann ging es nach knapp 20 Tagen Australien-Rundreise auch schon wieder zurück in die Heimat.

Entlang der Great Ocean Route in Victoria – Australien

Abschließend ist zu sagen, dass ich froh bin, an einer solch organisierten Tour teilgenommen zu haben, da sich eine Eigenorganisation wohl recht aufwendig gestaltet hätte. Zudem bin ich froh, diesen aufregenden Trip mit meiner besten Freundin gemacht zu haben. Man lernt zwar sehr schnell die anderen Mitglieder der Gruppe kennen und ist auch nie alleine, jedoch gibt es Momente, in denen man froh ist, eine vertraute Person an seiner Seite zu wissen. In diesem Sinne: See you next time ☺

Und hier noch mal alle unsere Erlebnisse und Eindrücke in Bildern zusammengefasst:

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