7 Wochen durch Asien – Nepal, Tibet & Indien

Hallo liebe Reisecommunity,

soeben sind wir von einer siebenwöchigen Asienreise durch Tibet, Nepal und Indien zurückgekehrt. Hier ist unsere Route: Von Nepal aus sind wir eine Woche nach Tibet gefahren, in Nepal selbst haben wir u.a. Pokhara (Annapurna Region) und den Chitwan National Park besucht. In Indien waren wir in den größeren Städten des Nordens unterwegs, allerdings war das Land so nervig und anstrengend, dass wir am Ende unserer Reise noch eine Woche nach Goa zum Meer geflogen sind.

Nepal

Nepal ist ein Binnenstaat in Asien und liegt zwischen den zwei bevölkerungsreichsten Ländern der Erde (China und Indien). Mit ca. 150 000 km² ist Nepal knapp doppelt so groß wie Österreich und hat etwa 30 Millionen Einwohner, nur wenige davon leben in Städten (Urbanisierungsgrad: 15%). Das Land beherbergt den höchsten Berg der Erde (Mount Everest, 8848m), der tiefste Punkt liegt auf 70m Seehöhe im Süden. Nepal ist das im Durchschnitt am höchsten gelegene Land der Erde.

Nepal weist keine einheitliche Bevölkerungsstruktur auf, über 100 Volksgruppen und Sprachen wurden 2001 erhoben. Allerdings bekennen sich ca. 80% der Bevölkerung zum Hinduismus, 15% sind Buddhisten.

Dass Nepal eines der ärmsten Länder der Erde ist, zeigt sich u.a. an der hohen Analphabetenrate (50%), etwa 80 Prozent der nepalesischen Bevölkerung arbeiten im primären Sektor. Das durchschnittliche Monatseinkommen beträgt 18 Euro.

Wir waren in Dhulikhel, in Kathmandu selbst, in Chitwan (hier gibt es zahlreiche Tiere wie z.B. Krokodile, Ghariale, Nashörner und indische Elefanten) sowie in Pokhara (Trekking in der Annapurna-Region). Irgendwie ähneln die Landschaften jenen von Ecuador! Hier einige Eindrücke:

Indien

Indien ist ein multiethnischer Staat mit 1,2 Milliarden Einwohnern auf 3,3 Millionen km² Fläche (zum Vergleich: Frankreich mit 675 000 km²). Die größten Städte bringen es auf über 14 Millionen (Mumbai, alter Name Bombai) bzw. 12 Millionen (Delhi) Bewohner.

Auch die Landschaft ist ungeheuer vielfältig. Von Hochgebirgslandschaften im umstrittenen Kashmir-Gebiet bis zu den weitläufigen Stromebenen des Ganges oder Brahmaputras ist alles vorhanden. Klimatisch wird das Land vom Monsun geprägt, aber auch hier gibt es gewaltige Unterschiede: während in Cherrapunji im Nordosten durchschnittlich (!) 11.500 mm pro Jahr beträgt (mit Ausreißern bis zu 26.000 mm, vergleiche Wien mit 600 mm), beherbergt das Grenzgebiet zu Pakistan im Osten die Wüste Thar, eine Sandwüste mit Salzpfannen und zahlreichen dünn bewachsenen Dünen.

Ganz besonders interessant und anstrengend zugleich ist das Reisen in Indien. Im Bus werden die Menschen im Tetris-Style gestapelt, in der Eisenbahn sitzend kann man Schläfer im Gepäckfach beobachten oder Inder und heilige Kühe durch die vergitterten Fenster beim Stuhlen in der Landschaft zuschauen.

Taj MahalWir haben die heilige Stadt Varanasi am Ganges besucht, sind dann weitergefahren nach Agra (Taj Mahal) und Jaipur. Danach haben wir im Ranthambore National Park versucht, einen Tiger zu Gesicht zu bekommen. Weiter gings nach Udaipur (James Bond: Octopussy) und Jodhpur (Kamel-Safari), es folgte ein Erholungsurlaub vom Urlaub in Goa, letzte Station war Delhi.

Insgesamt müssen wir so ehrlich sein und sagen, dass wir nach Indien nicht mehr reisen würden. Erträglich ist es eigentlich nur dort, wo wenige Inder unterwegs sind (z.B. Goa als alte portugiesische Kolonie, oder der Ranthambore Nationalpark). In den Städten regiert dagegen der blanke Wahnsinn. Die Luft ist derart schlecht (alte Autos, der Müll wird auf offener Straße verbrannt, 30° Lufttemperatur in der Nacht), dass man gesundheitliche Probleme bekommen kann. Schlendert man durch die “Fußgängerzonen”, muss man immerzu aufpassen, nicht von Mopeds oder Autos angefahren zu werden, auch wird man alle zwei Meter von Verkäufern und Touts beackert (“YES SIR! YOU LIKE TO BUY? YES SIR!). Schließlich sind auch die Bettler manchmal sehr aggressiv, was tun, wenn sich ein verkrüppeltes Kind an deine Beine hängt und nicht mehr loslässt? Hängen lassen? Mit Gewalt wegschupsen? Geld geben (in diesem Fall bleibt das Kind auch hängen, weil es sich mehr erhofft, und 17 weitere Bettler stürmen hinzu)? Es ist also wirklich schwierig, die positiven Seiten Indiens unter diesen Umständen zu genießen. Hier einige Fotos:

Tibet

Da es Individualtouristen noch immer sehr schwer gemacht wird, Tibet zu bereisen, haben wir an einer organisierten Tour teilgenommen. In 8 Tagen geht es von Kathmandu zur Grenzstadt Zhangmu, weiter über Nyalam, Lhatse, Shigatse und Gyantse bis nach Lhasa, von wo aus der Rückflug nach Kathmandu erfolgte. Auch dadurch, dass wir trotz immanenter Militärpräsenz viel Freiraum hatten, war diese Tour das Highlight unserer Asienreise. Vor allem die landschaftliche Schönheit des durchschnittlich 4500 m hoch gelegenen Plateaus (“Dach der Welt“) war beeindruckend. Dazu kamen die zahlreichen buddhistischen Klöster und Stupas, sowie die tibetische Kultur, die in den kleinen Dörfern hautnah erlebt werden konnte.

Und für alle, die Indien mit dem Auto erkunden wollen, findet Ihr hier Mietwagen in Indien.

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