Der nächste Winterurlaub: Snowboard und Schnee oder Sommersonne?

Jedes Jahr dasselbe. Bei der Planung des Winterurlaubs stelle ich mir zunächst folgende Frage: Klassischer Winterurlaub mit Schnee und Snowboard oder doch lieber in die sonnige Ferne? Abhängig von der Antwort ergeben sich ganz verschiedene Optionen und ich bin mir sicher, dass es vielen Reise-Fans genauso geht wie mir.

Ganz klar: Alpenurlaub als Winterklassiker

Winterzeit ist Wintersportzeit: Dieser Devise folgen die meisten Menschen und das ist absolut nachvollziehbar. Alleine die Alpen erstrecken sich über große Teile Zentraleuropas und bieten eine massige Auswahl an Zielen in mehreren Ländern. Positiver Nebeneffekt: In den gängigen Onlineshops kann man sich vollständig ausrüsten und auch dort gilt, dass frühzeitiges Handeln mit Angeboten belohnt wird. Für meinen letzten Snowboard-Trip nach Going habe ich mich bei XSPO bedient, dort kommen übrigens nicht nur Skifahrer und Snowboarder auf ihre Kosten, sondern auch Outdoor-Fans.

Bei den Zielen gelten dagegen die alten Spielregeln: Auf der Hütte lebt es sich individueller und freier als im Hotel im Kitzbüheler Zentrum, doch bei den Pisten ist man auf die Liftbetriebe angewiesen und muss sich dem Mainstream anschließen. Das ist nichts Schlimmes, führt aber dazu, dass echte Geheimtipps im Sinne eines Individualurlaubs kaum möglich sind. Entscheidet man sich für ein warmes Reiseziel im Winter, sieht das schon anders aus.

Alternative: dem Winter entfliehen

Es ist kein geschriebenes Gesetz, dass es im Winter in die verschneiten Berge gehen muss. Nicht alle Menschen lieben die Kälte, nicht jeder ist Wintersportler – umso besser, dass die Erde aus verschiedenen Klimazonen besteht. Seit Jahren sehr beliebt sind beispielsweise die Vereinigten Arabischen Emirate, allen voran Dubai und Abu Dhabi, da sie eine gute Mischung bieten: Sommerwetter, wenn es bei uns kalt ist, hochmoderne Innenstädte, eine fremde Kultur und zahlreiche Freizeitmöglichkeiten bei nur sechs Stunden Flugzeit. Allerdings gelten die Emirate nicht gerade als Top-Ziel für Individualurlauber: Der Urlaub findet innerhalb der Stadtgrenzen statt und dort gibt es außer den bekannten Sightseeing-Highlights nicht allzu viel zu entdecken.

Bild 1: © istock.com/Xavier Arnau

Wohin gehts zur nächsten Küste? Bild 1: © istock.com/Xavier Arnau

Deutlich individueller geht es auf den Kanaren zu. Die Unterkunft ist schnell über AirBnb gebucht, vor Ort kann man den Fokus wahlweise auf Ruhe & Natur, Städte & Partys oder Strand & Wassersport legen. Auch das Wetter kann sich sehen lassen: Auf Gran Canaria, Fuerteventura und Teneriffa herrschen im Dezember und Januar angenehme 15 bis 22 Grad, bei meiner letzten Reise nach Teneriffa im Dezember 2013 waren es sogar knapp 25 Grad. Verglichen mit den hiesigen Temperaturen also paradiesische Zustände. Auch die Anreisezeit ist moderat: Nach weniger als fünf Stunden Flugzeit steigen deutsche Urlauber in einer anderen Welt aus.

Sommersonne pur! Bild 3: © istock.com/JohanSjolander

Sommersonne pur! Bild 3: © istock.com/JohanSjolander

Individuell auf die andere Seite des Erdballs

Das Land des Lächelns ist das beliebteste Fernreiseziel der Deutschen und aus eigener Erfahrung weiß ich, warum das so ist. Die Kombination ist unschlagbar:

  • Preise: Abgesehen vom Flug ist Thailand beinahe erschreckend günstig. Eine 40-minütige Taxifahrt durch Bangkok kostet keine 3 Euro, Essen im guten Restaurant gibt es für knapp 5 Euro, Hotelzimmer sind ab 20 Euro verfügbar.
  • Vielfalt: In Thailand kann man eine Megacity erkunden, einen Ausflug in die Berge wagen und danach an tropische Strände jetten. Ideal für Individualreisende, die gerne möglichst viele Facetten eines Landes erleben möchten.
  • Kultur: Thailand wird das Land des Lächelns genannt und tatsächlich sind die Einheimischen so freundlich, wie ich es sonst nirgendwo auf der Welt erlebt habe. Dazu die vielen Buddha-Statuen, quirlige Lebendigkeit und bunte Farben: In Thailand gibt es für jeden Geschmack das Richtige.
  • Klima: Das Wetter in Thailand spricht für sich. Während unseres Winters ist dort die beste Reisezeit, denn die Monsun-Saison ist ab November vorüber, sodass die Luftfeuchtigkeit sinkt und ganztägig 28 bis 30 Grad herrschen.

Diese Mischung sucht ihresgleichen und das gilt besonders für Individualreisende wie mich: Thailand ist ein absoluter Hot Spot für Backpacker, die dem Abenteuer nicht abgeneigt sind. Neue Bekanntschaften mit australischen Dauergästen in einem der vielen Hostels der Khao San Road, Elefantenreiten im Dschungel, Buddha-Tour durch Bangkok und natürlich die Verhandlungen mit selbsternannten Schneidern, bei denen man per Tuk Tuk Fahr automatisch landet: Thailand bietet einfach alles, vor allem im Winter, doch dafür muss man eine Flugzeit von zwölf Stunden (pro Weg) und rund 700 Euro für das Ticket investieren.

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